Florida – Teil 2

Was haben amerikanische Klimaanlagen, selbiges Essen und Kaffee gemeinsam? – Sie sind allesamt etwas gewöhnungsbedürftig, vorallem für selbsternannte Prinzessinnen wie mich 👑. Die Floridianer (oder wie man Menschen aus Florida nun auch immer nennen mag) hegen es, Innenräume auf den Gefrierpunkt runter zu kühlen, während man draußen mit 30 Grad im Schatten dem Kollaps beinahe in die Augen blickt.
Und Ihr könnt Euch einfach NICHT vorstellen, wie sehr ich meinen Nespresso Café von Zuhause vermisse! Dem American way of Coffee kann ich einfach nichts abgewinnen. George Clooney sollte da echt mal ein Machtwort sprechen! Diese Brühe tut einem ja richtig im Gaumen weh, wenn man so von der Wiener Art des Kaffees verwöhnt ist 😭.

Zudem finde ich es sehr schwer, preiswertes, nicht-fritiertes oder einfach frisch zubereitetes Essen aufzustöbern. Die Amis hauen wirklich ALLES ins heiße Öl. Kein Wunder also, dass das Land so mit Übergewicht zu kämpfen hat, wenn es kaum Alternativen zu Fastfoodketten wie McDonald’s, IHOP, Popeyes oder Wendy’s gibt. Pancakes, Burger und fritiertes Hühnchen sind zwar i.d.R. lecker – aber sie sollten echt nicht jeden Tag in eben jener Reihenfolge konsumiert werden. Aber Halt! Es soll hier doch nicht so rüberkommen, als wäre ich nur am Jammern! Denn ganz anders erging es uns in unserem nächsten Stop namens Delray Beach – einem kleinen Örtchen, dem viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und auf welches ich nun unbedingt näher eingehen möchte:

Begonnen hat unsere Abfahrt von Orlando mit einer langen Highway #1 Strecke. Fix war nur, dass wir am Tag darauf in Miami sein müssten – die Challenge lag also darin, eine Bleibe für die nächste Nacht zu finden – wo auch immer diese sein würde. 3h später suchten wir Palm Beach völlig verzweifelt und dehydriert nach einem simplen Café ab. Gefunden hatten wir zwar eines – das Publikum dort bestand allerdings aus stinkreichen Mercedes-Fahrern und Damen in Guccikleidern, die Champagner-schlürfend ihre Hündchen in Kinderwägen spazieren fuhren (ja, richtig gelesen!). Also lieber back auf den Highway!

Ein paar Meilen später folgten wir einem vielversprechend-aussehenden Starbucksschild und nahmen die darauffolgende Ausfahrt. Vor lauter Schauen verpasste Papa (wie so oft) natürlich den Starbucks und wir gurkten wieder zurück in Richtung Highway. Plötzlich kamen wir auf Umwegen in eine ganze Lane voll süßer Cafés und Restaurants. Oh Gott, ESSEN!

Aus dem Auto ausgestiegen konnten wir uns vor dem Überangebot an Lunch-Menus kaum retten. Ein Grieche, der mit Calamari um $6 warb, hatte uns schließlich zum Bleiben überzeugt. Unaufgefordert tischte uns der Kellner gleich mal Pitabrot mit köstlichen Knoblauchhummus auf, den Papa schlussendlich sogar auslöffelte (nichtsahnend, WAS er da eigentlich aß und dass ES obendrauf noch gesund sein könnte 😉).

Als er dann mit den Calamari kam, staunten wir nicht schlecht: so gut hatte sich das keiner von uns vorgestellt. Gescheit und billig essen in Amerika? Und das, obwohl wir da nur rein zufällig hingestolpert sind? Wo ist das nächste Hotel, wir wollen da nicht mehr wieder weg! Und tatsächlich hatte das nahe gelegene Residence Inn Hotel ein Zimmer für uns drei parat. $250 pro Nacht inkl. Frühstück waren jetzt nicht wenig aber am Abend am Highway sich noch um ein Zimmer kümmern zu müssen wäre echt noch mühselig geworden. Als die Rezeptionistin uns den Schlüssel übergab, lächelte sie und kommentierte dies noch damit, dass sie spontan sogar noch ein kleines Upgrade für uns hätte. Dass sich dieses kleine Update als 3-Zimmer-Suite mit drei Terrassen, Wohnzimmer, großer Küche, zwei Zimmern mit je zwei Doppelbetten und jeweils eigenen Badezimmern entpuppen würde, hätten wir uns nie zu träumen gewagt. Dementsprechend bekamen wir auch eine Stunde nach der Ankunft unsere Münder nicht mehr zu. Herrlich! Mein Geburtstag war ja noch gar nicht! Der Strand war keine 10 Minuten entfernt und somit spazierten wir zum Sonnenuntergang noch ein Stück das Meer entlang bis wir uns im Ben & Jerry’s auf einen Schokoladentraum niederließen. Eigentlich hätten wir es viel länger als nur eine Nacht hier ausgehalten…

Am nächsten Tag mussten wir Papa fast aus der Suite zerren, um unseren Weg nach Miami fortzusetzen. Bye, bye, du wunderbares Delray Beach! Mich wirst du auf jeden Fall nochmal sehen! 🌴

Miamis Skyline erwartete uns ganz klischeehaft, schön beleuchtet, im Dunkeln. Weil unsere Ansprüche nach der Suite leider etwas vorbelastet waren, traf uns das spärlich eingerichtete Apartment natürlich wie ein harter Schlag ins Gesicht. Das einzige, was mich im wahrsten Sinne des Wortes fast umgehauen hat, war mein Bett, als es aus dem Schrank fiel. Aber gut, das beste draus machen! Waren ja nur 4 Nächte. Am nächsten Morgen saßen wir bereits um acht Uhr morgens im IHOP Diner und bekamen Omletts serviert. (Überall sieht man sogar die „healthy“ Variante, die nur mit Egg-Whites zubereitet wird. Diese kann man sogar wie Milch in Tetrapacks im Supermarkt kaufen, wie krass ist das denn?!)

Wieder mal eine Kultur-Barriere erreicht, als ich einen gespritzten Orangensaft bestellen wollte: Die afroamerikanische Bedienung starrte mich mit diesen „immer diese blonde-white-girl Extrawünsche“-Blick an und fragte mich ernsthaft, mit einem halbvollem Wasserglas in der Hand, ob das auch meinem „Half-Water“ entsprach. War mir mega-peinlich! Ich wusste nicht, dass hier niemand etwas mit Wasser verdünnt…

Nachmittags setzten wir uns auf ein Boot, welches an den Luxus-Villen Miamis Celebrities vorbeifuhr. Uns wurde fast schlecht bei den genannten Preisen von Grundstücken mit Meerzugang.

handmade coconut ice cream Im Gegensatz zu den Highways bietet Miamis Downtown allerdings eine Vielfalt an kulinarischen Spezialitäten. Da die kubanische Kultur beinahe die Oberhand in Miami übernommen hat, duftet es dort von allen Seiten nach Bohnen, Reis und angebratenen Fleisch. Aber auch heimische Früchte – und das daraus gemachte Eis – kann man nicht beklagen. Nach der darauffolgenden Hop-on-Hop-off-Bustour steuerten wir unseren Insider Fritz & Franz‘ Bierhaus mitten in Miamis Innenstadt an. Dieses Lokal mit österreichischen Inhabern serviert neben einem hammerguten Wiener Schnitzel auch Marillen-Palatschinken (ganz was Exotisches in Amerika) und – ha, endlich! – meinen Applejuice g’spritzt. Der Schlagobers zur Palatschinke war sogar ungezuckert – ein Wahnsinn! Nur leider kein österreichischer Kaffee… Also einfach mal Wiener Schnitzel in Miami essen? Immer wieder gern!

Am 2.Tag unserer Bustour erkundeten wir die Bayside etwas näher und stampften am Miami Beach herum. Ein wahrlich schöner Strand und trotz der vielen Besucher wider Erwarten nicht überfüllt. Allerdings luden die vielen gestrandeten Quallen nicht unbedingt zum Baden ein…

Unseren letzten aktiven Tag in Miami verbrachten wir etwas außerhalb im Miami Zoo. Dieser stand ähnlich wie das Kennedy Space Center ursprünglich nicht fix im Programm aber hätten wir ihn ausgelassen, wäre uns ein Abenteuer entgangen! Wir sahen nicht nur uns völlig unbekannte Tierarten sondern genossen auch die wunderbare, einzigartige Fauna, die das gesamte Zooareal umgab. Ich kann rückblickend gar nicht sagen, ob mich die Parkanlage selbst oder die Tiere mehr faszinierten… Oh, wait – es gab ja Giraffen! Und da mich eine mit ihrer dunklen Megazunge abschleckte, geht der Punkt wohl doch an die lieben Tierchen, die anders als in manch europäischen Zoo tatsächlich glücklich und völlig entspannt wirkten. Und der kubanische Espresso dort war auch eine nette Abwechslung zum Café Americano.

Und während ich diese Zeilen so verfasse und nochmal drüber lese, kann ich live aus dem Fenster riesige Alligatoren direkt neben der Straße beobachten. Wo wir hier sind? In den Everglades, einem riesigen Naturschutz – und Sumpfgebiet. Das „Caution, panthers or bears may cross the road“-Schild von vorhin und die zerbissenen Autoreifen am Straßenrand tragen zwar nicht unbedingt zur Beruhigung schwacher Nerven bei, aber diese wildlebenden Tiere zu beobachten ist einfach faszinierend. Würden sie nicht manchmal mit den Augen zwinkern, könnte man meinen, dass sie fake sind. Und nun geht’s ab auf’s nächste Boot – ob wir Delfine sehen werden?

See you later, Alligator! Bis bald,

Eure Lizz 💕

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2 Gedanken zu “Florida – Teil 2

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