Fitnessmyhten

„Ihre Fitnesstrainerausbildung hat gerade erst begonnen und sie hält sich bereits jetzt für den großen Fitnessguru?“ – Nö, absolut nicht. Ich bin lediglich auf dutzende Dinge gestoßen, die ich während meiner bisherigen „Trainingslaufbahn“ – wenn man das so nennen kann – eigentlich alles falsch gemacht bzw. gedacht habe. Und das betrifft leider Gottes auch viele selbsternannte Profis im Fitnessstudio, wie mir nun immer öfters auffällt. Denn nicht jeder, der Schultern, breiter als so manche Türstöcke sind, besitzt, muss deswegen der beste Ratgeber in Sachen Fitness sein. Es gibt da nämlich so eine kleine Zauberfee namens Genetik, die ebenso einiges möglich machen kann… Stimmt die Technik nicht, so freue ich mich jedoch als künftige Physiotherapeutin über die wachsende Kundschaft. Immer her mit den Schulter- und Rückenproblemen! 😜

Vorab: Ich möchte hier jedoch keinesfalls jemanden direkt ansprechen sondern nur auf ein paar klassische Fitnessmythen aufmerksam machen, die mir persönlich schon öfters untergekommen sind.

#1 Viele Muskeln = viel Kraft

Ist klar. Wer mit einem Megabizeps durch die Straßen rennt, müsste folglich ja irgendetwas in seinem Training richtig machen.  Im Krafttraining unterscheidet man hier jedoch  zwischen verschiedenen Arten und so kann es sein, dass ein Mann mit weniger (oder eben „kleineren“) Muskeln genauso viel stemmen kann, wie einer mit größerem Muskelvolumen. Denn die Muskelgröße und die -dichte sind wie man so schön sagt zwei Paar Socken.

Für größeres Volumen kann man übrigens auch Supplements wie z.B. Kreatin zu sich nehmen, welches neben der schnelleren ATP-Regeneration zusätzlich auch für Wassereinlagerungen im Muskel sorgen KANN. Dieses „kann“ möchte ich deswegen so betonen, da es auch sogenannte Non-Responder gibt, die auf eine erhöhte Kreatin-Zufuhr einfach nicht reagieren.

#2 Bei Kniebeugen helfen Gewichtsscheiben

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist zudem, dass eine Gewichtsscheibe unter den Fersen bei den Kniebeugen (Squats) eine bessere Ausführung zur Folge hat. Durch die erhöhten Fersen rückt allerdings der Schwerpunkt weiter nach vorne zu den Zehenspitzen ergo falsche Belastung oft begleitet von einer zu weit nach vorne gelehnten Haltung. Besser wäre es sogar, auf Schuhe zu verzichten und absichtlich die Zehenspitzen aufzustellen (sogar noch koordinationsfördernd!).

#3 Mehr Gewicht bedeutet automatisch mehr Muskelzuwachs

Wie bereits erwähnt gibt es verschiedene Arten des Krafttrainings. Während man im „eigentlichen“ Krafttraining mit höherer Intensität (sprich: mehr Gewicht und weniger Wiederholungen) arbeitet, so befindet sich die Wiederholungsanzahl im Hypertrohpiebereich zwischen 6-12 Wiederholungen – wiederum mit geringerer Intensität. Das bedeutet, dass der eigentliche Muskelzuwachs (Volumen) im Hypertrophiebereich mit einer höheren Wiederholungsanzahl stattfindet.

#4 Frauen werden durch Krafttraining maskulin

Der Klassiker. Wenn maskulin bedeutet, dass sich die kleinen Schwabbelärmchen in Arme verwandeln und der Po die Jeans nun endlich ausfüllt: dann ja, Frauen werden maskulin. Doch spätestens seit dem Instagramtrend #strongisthenewskinny wird diesem Gerücht langsam ein Ende gesetzt – zumindest in den sozialen Medien. Denn um als Frau wie ein Hulk auszusehen bedarf es ein paar mehr Mittelchen als Proteinpulver…

#5 Nach dem Sport kann ich mir gönnen WAS ich will

„Hab ja eh Sport gemacht“. Naja – grundsätzlich kann man sich ja gönnen was man will – aber mit Maß und Ziel. Man sollte vielleicht nicht zu sehr mit den Kalorien um sich werfen, wenn man gerade kurz vorm Verhungern vom Sport kommt und sich nicht direkt in der Massephase befindet. Oftmals endet dies dann in ungewollten Fressanfällen und Magenschmerzen weil die Augen größer waren als der Magen… Mein Tipp: Ein kleiner Snack direkt nach dem Sport und sich für`s und vor dem Essen dann schön Zeit lassen.

Und außerdem: Sport ist nicht gleich Sport. Eine Stunde Krafttraining verbraucht nicht gleich viele Kalorien wie eine Stunde Laufen oder Schwimmen. Macht man allerdings viel Cardio, so gerät man schneller in das Kaloriendefizit und man könnte mehr böse, leckere Sachen essen. 😜

#6 Proteinriegel? Sind ja wie gratis Süßigkeiten!

Es spricht auch nichts dagegen, sich ab und zu einen Proteinriegel zu gönnen. Sich mit ihnen jedoch täglich vollzustopfen und sie als Wundernahrungsmittel anzusehen, halte ich jedoch für weniger sinnvoll. Schon mal auf die Inhaltsstoffe geguckt? Gerade die günstigeren Varianten enthalten nämlich oft viele gesättigte Fettsäuren und sind diätologisch gesehen auch nicht unbedingt das Feinste. Fazit: Ab und zu – yey. Jeden Tag? Nee. Die Dosis macht das Gift 😉

#7 Nichts geht ohne meine BCAAS, Whey und Kreatin…

Kaum einen Fuß in das Fitnessstudio gesetzt wird der Durchschnittstrainierende so bald als möglich mit den Wörtern „Whey“ alias Molke-Proteinpulver oder „BCAAs“ alias Biochemische Aminosäuren konfrontiert. Ohne dem ginge natürlich GAR NICHTS, oder? Als Gegnerin von abgepackten chemisch riechenden Zeugs bin ich wahrscheinlich eine der wenigen, die zwar auf proteinreiche Nahrung achtet – jedoch nicht ÜBERALL braucht und auch keine 10 Kapseln am Tag schlucken will. Wer sich ausgewogen ernährt, kommt auch mit Eiern, Topfen, Haferflocken und Fleisch oder Fisch an seine Eiweißquellen ohne sein Geld in Supplements zu verpulvern 😉 Ich respektiere natürlich, dass manche Leute nicht ohne Supplements auf ihre gewünschte Makronährstoffverteilung kommen könnten und darauf auch nicht verzichten möchten. Jedoch braucht man sich mit 30 und Nierenproblemen dann nicht wundern, wenn man jahrelang nur bei billigen Protein-Shops gekauft hat… WENN dann bitte hochwertige Supplements! 🙈

#8 Je öfter ich trainiere, desto besser

Ja… und Nein… Regelmäßiges Training ist zwar das A & O – jedoch gehören Regenerationsphasen genauso dazu! Und damit meine ich nicht, dass einzelne Körperpartien im Splittraining „pausieren“ indem man jeden Tag eine andere Körpergruppe trainiert. Glaubt es mir oder nicht – probiert es selbst. Je öfter ihr ganztägig pausiert, desto stärker werdet ihr beim nächsten Training sein. Gebt Eurem Körper besser ausgiebige Pausen als 7 Tage die Woche zu trainieren – irgendwann wird er nämlich streiken. Sei es mit einem Magen-Darm-Virus oder einer gezerrten Schulter…

Wie gesagt, das ist nur meine Meinung zu dem Ganzen. Bist Du anderer Meinung? – Teile sie mit uns! ☺️ Falls Euch andere hier erwähnte Themen ebenfalls interessiert haben, kann ich auch gerne einen Extra-Post zu Supplements oder Übertraining machen – was würdet Ihr gerne lesen? 😊

In diesem Sinne

Bis bald,

Eure Lizz 💕

 

 

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