Job & Leben

Astronaut? Tänzerin? Polizist? Und dann irgendwie bei Marketing Engineering Manager für Industrial Design und Angewandte Informatik als Nebenfach landen. Ja, die Berufswahl ist so eine Sache…

PS: Bis unten lesen lohnt sich! 😉

Die Liste der Berufswünsche, die ein Jeder in seinem Leben schonmal hatte, mag lang sein. Nur wenige, auserwählte Menschen bleiben ihren Kindheitszielen treu. Was mein Traumberuf war? Tierärztin sein. Oder zumindest bis mir bewusst wurde, dass man dafür auch Tiere einschläfern – in meinen Kinderaugen also töten – müsste.

Obwohl ich mit meinen 18 Jahren wohl noch nicht behaupten darf, Berufserfahrung vorweisen zu können, so ist mir definitiv aufgefallen, dass wirklich NIEMAND, mit dem ich bis jetzt darüber gesprochen habe, geradewegs zu seiner Ausbildung, dem Studium oder seinen Arbeitsplatz gekommen ist. Immer war da ein Bekannter, der wieder wen kannte und dessen Cousine dritten Grades… oder ein ominöser Schicksalswink, der einem dazu bewegte, sich einfach mal in irgendeine Uni zu inskribieren. Bei den abertausenden Möglichkeiten, die man heutzutage so hat, ist das alles natürlich nicht so einfach. Wie soll man denn bereits mit 14/15 wissen, welche Lehre man machen soll? Ob man besser auf eine HTL, HBLA oder auf die Was-weiß-Ich geht? Daher ist es gut zu wissen, dass man sich offenbar nie festlegen muss und es auch noch motivierte 40+ Studenten gibt, die sich nach 20 Jahren Büro nun doch noch für Logopädie entschieden haben.

Es ist nie zu spät, seinen Weg zu ändern – aber auch nie zu früh, einen Plan vom späteren Leben zu haben.

Ich persönlich gehöre ja zu den Menschen, die wissen, was sie haben wollen – aber hald am liebsten sofort, jetzt gleich. 😅  Problem: Ich lege mich jedoch gleichzeitig nicht gerne fest. Nachdem ich mich von meinem Traum vom Tierärztin-Dasein verabschiedet habe, folgte sogleich Künstlerin. War ja nicht weit weg davon… Diesen Traum blieb ich bis zur 4. Klasse Gymnasium treu. In meinem Zimmer stapelten sich Türme von Portraits, Skizzen und Acryl-Gemälden. Meinen Eltern redete ich ein, jetzt unbedingt eine Spiegelreflex zu brauchen, um jetzt auch so typische Tumblr-Fotos machen zu können. Ich steigerte mich wirklich hinein und wurde nach einem 8h-Eignungstest der Grafikdesign-HTL auch aufgenommen. Unentschlossen, wie ich auch damals schon war und immer noch bin – lehnte ich jedoch kurz vor den Sommerferien wieder ab.

„Ich wollte nur wissen, ob ich das Zeug dazu habe.“

Ab der 4. entwickelte ich dank 10 Staffeln Grey’s Anatomy einen neuen Traum: Nicht mehr Tierärztin, sondern „Menschenärztin“ sollte es dieses Mal sein. Mir entging kein Wort meiner Biologie-Lehrerin mehr. Alles wurde aufgeschrieben und etliche Krankheiten googelte ich daheim nach. Auch notierte ich bei meiner Lieblingsserie alles, was Dr.Shepard zu sagen hatte. Ich wusste zwar noch nicht, wo sich die Milz befand – konnte meinen Eltern aber immerhin erklären, was eine Polyneuropathie sei. Meine Freundinnen gingen feiern – ich saß Zuhause, lernte vor mich hin und mutierte langsam aber stetig zu einem sozialen Wrack. War es das, was ich die nächsten 9 Jahre bis zum Master auch noch tun wollte? Irgendwie nicht.

Es hatte bis zu der Knieoperation meiner Großmutter kommen müssen, dass mir klar wurde, was ich wollte. Schon was mit Menschen – aber ja nicht im Verkauf oder gar Büro! Auf jeden Fall was in einem Krankenhaus, da bin ich ja so gerne. Etwas, das man mit Sport verbinden kann – meinem größten Hobby. Aber nichts mit Forschung, da sitze ich ja den ganzen Tag… Und dann sitzt da meine Oma einfach im Krankenbett und redet ganz euphorisch von ihrer neuen Physiotherapeutin. Ob das nicht auch was für mich wäre. Die sind alle so nett und „junge Dirndln mit Pferdeschwänzchen“. Zuerst belächelte ich ihre Idee. Aber irgendwie kam ich auch nicht mehr davon weg.

Wieder fing es an: Schnupperpraktika, Unterhaltungen mit Studenten, Teilnahme an einer Fachhochschule und schließlich fuhr ich quer durch Österreich um ja einen Platz bei diesem doch sehr begehrten Studium zu ergattern.

Heute sehe ich in das E-Mail Postfach: Die letzte von 5 Absagen. Hunderte gefahrene Kilometer. Viele Momente der Enttäuschung. Ob ich mich davon runterziehen lasse? Niemals! Ob ich es nächstes Jahr wieder probieren werde? Darauf könnt Ihr Euch verlassen!

Es wird schon einen Grund haben, wieso ich dieses Jahr noch nicht genommen wurde. Vielleicht bin ich einfach noch nicht bereit. Vielleicht brauche ich einfach ein Jahr Auszeit – oder es wird etwas mit Radiologietechnologie oder gar Medizin, wer weiß?

Was ich Euch damit vermitteln will ist nur, dass Ihr niemals aufgeben dürft. Sucht weiter! Irgendwann werdet Ihr finden, was Euch erfüllt! Gebt Euch nicht mit Irgendetwas zufrieden, nur „weil es Geld bringt“! Wir tauschen unsere unbezahlbare Lebenszeit gegen einen Stundenlohn. Hoffen darauf, dass die Zeit doch endlich vergehen mag und am Ende bleibt doch so wenig, dass wir wünschten, wieder etwas mehr zu haben. Wir arbeiten für unser Leben, rutschen in den Rhythmus des „Alltags“ und sind darin gefangen. Wir werden blind. Eltern, die ihre Kinder nicht aufwachsen sehen. Jugendliche, die sich mehr um Follower kümmern als um Abendteuer. Ja nicht ohne Handy rausgehen. Den langersehnten Urlaub nur mehr durch ein Objektiv sehen. Wir verlieren bei all dem den Überblick über das, was WIRKLICH im Leben zählt und verlernen dabei ZU LEBEN. Nicht nur am Feierabend, am Wochenende. Wir schätzen unseren Lebensstandard nicht mehr. Jeder hat ein Smartphone. Jeder hat den Flatscreen. Doch wer von uns kann ehrlich behaupten, glücklich zu sein?

 

wetravel

 

Danke und bis bald,

Eure Lizz 💕

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2 Gedanken zu “Job & Leben

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